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Heilpflanze des Monats

Blätter, Schale, Frucht oder Holz - der Echte Walnussbaum lässt sich vielseitig nutzen...

Der Echte Walnussbaum - Juglans regia L.

Der zu den Walnussgewächsen (Juglandaceae) zählende Echte Walnussbaum ist ein 10 bis 25 m hoch wachsender Baum, dessen unpaarig gefiederte Blätter nach dem Austrieb zunächst rötlich, später grün gefärbt sind. Die männlichen Blüten hängen in langen, grünen Kätzchen, die weiblichen sitzen zu zweit oder zu dritt an den Zweigenden. Die Früchte sind von einer grünen, später braunen, fleischigen Schale umgeben und zählen botanisch gesehen nicht zu den Nüssen, sondern zu den Steinfrüchten. Sie sind Ende September bis Anfang Oktober reif, wenn die Umhüllung aufplatzt und die Walnüsse zu Boden fallen.

Beheimatet ist der Walnussbaum in China, Zentralasien und Südeuropa. Mittlerweile ist er aber auch in ganz Europa, Nordafrika, Nordamerika und Ostasien kultiviert.

Woher kommt der Name?
In der römischen Zeit wurden kultivierte Sorten unter dem Namen nux gallica (gallische Nuss) in Gallien eingeführt und von dort nach Deutschland verbracht. Hier wurde die gallische Nuss dann Walch- oder Welschnussbaum genannt, woraus sich im 18. Jahrhundert der Name Walnussbaum entwickelte.

Wo kann der Walnussbaum helfen?
Medizinisch verwendet werden die gesammelten und getrockneten Laubblätter, die aufgrund ihres Gehaltes an Gerbstoffen in Form von Bädern oder Umschlägen äußerlich bei leichten Entzündungen der Haut oder zur Verminderung übermäßiger Schweißbildung der Hände oder Füße verwendet werden. Die Arzneidroge wird hauptsächlich aus osteuropäischen Ländern importiert. Für Umschläge oder Teilbäder werden 2 bis 3 Teelöffel zerkleinerte, getrocknete Walnussblätter (etwa 2 bis 3 g) mit 100 ml kaltem Wasser angesetzt, zum Sieden erhitzt und nach 15 Minuten abgeseiht und nach dem Abkühlen für Umschläge oder Teilbäder benutzt. Die Anwendung ist ein bis zwei Mal täglich möglich.

Halbreife Früchte und im Frühsommer geerntetes Laub gehören mit einem Vitamin C-Gehalt an von bis zu 1 Prozent zu den Vitamin C-reichsten Pflanzenteilen in Mitteleuropa. In der Naturheilkunde wird ihren Extrakten eine antiseptische, wurmtreibende, tonische, blutreinigende und narbenbildende Wirkung nachgesagt.

Die reifen Samenkerne enthalten das hellgelbe bis leicht goldgelbe, klare, einen angenehm nussartigen Geruch und Geschmack aufweisende, öl-, linol- und linolensäurereiche (20% Ölsäure, 62% Linolsäure, 9% Linolensäure. 9% gesättigte Palmitin- und Stearinsäure) Walnussöl.

Die günstige Wirkung der Walnuss beruht auf den wertvollen Inhaltsstoffen (Vitamin E, Mineralstoffen, Spurenelementen) und dem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren (hier: alpha-Linolensäure). Diese senken den Blutdruck, hemmen Entzündungen in den Arterien und verhindern das Verklumpen von Blutplättchen (Thrombozytenaggregation). Dadurch wird die Gefahr gebannt, dass sich Blutgerinnsel in den Gefäßen absetzen und diese verschließen (Folge: Herzinfarkt, Schlaganfall). Zur Unterstützung einer cholesterolsenkenden Diät sollten 8 bis 11 Walnusskerne täglich verzehrt werden, wobei jedoch der hohe Nährwert der Walnüsse zu beachten ist.

In der Pharmazie wird Walnussöl als Grundlage für Heilsalben eingesetzt. In der pflegenden Kosmetik wird es in Cremes und Haarshampoos verwendet.

Walnussöl eignet sich in der feinen Küche sehr gut als Salatöl, sollte aber nicht zum Braten oder Kochen verwendet werden.

Ältere Blätter und grüne Walnussschalen enthalten Juglon, das zu bräunlichen bis schwarzen Verfärbungen der Haut führen kann. Die Färbewirkung wird in der Kosmetikindustrie zur Herstellung von Haarshampoos ausgenützt. Juglon erwies sich im Tierversuch als erbgutverändernd (s. Hinweise).

Worauf ist unbedingt zu achten?
Bei akuten Beschwerden, die länger als eine Woche andauern oder immer wieder kehren, ist eine Rücksprache mit dem Arzt erforderlich. Walnussblätter sollten nicht über längere Zeit oder in höherer Dosierung angewendet werden.

In den älteren Laubblätter und den Schalen der Früchte enthaltenes Juglon erwies sich im Tierversuch als mutagen (erbgutverändernd). Die Bedeutung dieses Befundes für die äußerliche Anwendung ist noch nicht klar, daher sollte die Anwendung nicht zu häufig erfolgen.

Bild: Isolde Altersberger, Henriette Kress, Torsten Veith

Quelle: www.heilpflanzen-suchmaschine.de
© Mit freundlicher Genehmigung von HEXAL AG

Walnussbaum mit Früchten